Tarifvertrag ausbildung technischer systemplaner

Im Gefolge der portugiesischen Arbeitsmarktreform, die 2012 wesentliche Änderungen in der Funktionsweise der Tarifverhandlungen einführte (seitdem weitgehend umgekehrt), wodurch insbesondere die Regeln für Verwaltungsverlängerungen starrer wurden, wurde viel über das Ausmaß des Rückgangs der Tarifabdeckung diskutiert. Trotz guter und detaillierter Daten (Quadros de Pessoal, Personnel Records, eine obligatorische Umfrage bei allen Unternehmen, die jährlich im Oktober durchgeführt wird) ist die Berechnung der Tarifsicherung nicht einfach, da sie eine Reihe von Annahmen erfordert. a. Für Costa Rica enthalten die Zahlen keine Solidaritätsverbände und beziehen sich auf die Gesamtbeschäftigung. In Costa Rica erlaubt das Gesetz die Bildung von Solidaritätsverbänden (die sogenannten Solidaristas) und ermöglicht es Arbeitergewerkschaften und Solidaritätsverbänden, innerhalb eines Unternehmens zu koexistieren. Solidaristas ist zwar verboten, Tarifverhandlungen zu führen, aber es gibt einige Anzeichen dafür, dass sie dazu beigetragen haben, die Rolle der Gewerkschaften bei der Vertretung der Arbeitnehmer zu schwächen (OECD, 2017a). Für die Türkei beziehen sich die offiziellen Statistiken des Ministeriums für Arbeit und soziale Sicherheit auf die Zahl der von der Sozialversicherungsanstalt erfassten Arbeitnehmer und bemessen sie 2015 auf 11,21 %. Eine letzte Gruppe von Hypothesen befasst sich mit der Rolle des institutionellen Wandels. Erstens deuten zahlreiche Studien auf Reformen der nationalen Rechtsvorschriften hin, die Tarifverhandlungen als wichtige Determinanten des Dichterückgangs regeln. Einige politische Reformen haben es den Gewerkschaften erschwert, Mitglieder zu rekrutieren. In Schweden beispielsweise haben die von der Politik vorgeschriebenen Erhöhungen der Mitgliedsbeiträge die Mitgliederzahlen nach unten getrieben (Kjellberg, 2011[36]).

In einigen Ländern hat der Schritt hin zu Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene dazu beigetragen, die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften und damit ihre Relevanz und Attraktivität für die Arbeitnehmer zu verringern (Australian Bureau of Statistics, 2000[37]; Legree, Schirle und Skuterud, 2014[26]). Zweitens könnte die Verschlechterung oder Erosion von Institutionen, die die Gewerkschaftsbildung historisch bevorzugten, einen Teil des Dichterückgangs erklären. Während beispielsweise die Existenz von Versicherungsfonds, die von gewerkschaftlich verbundenen Institutionen verwaltet werden9, die Gewerkschaftsbildung der Arbeitnehmer historisch förderte, könnte ihre Erosion – nach Reformen oder der Entwicklung privater Alternativen – einen Teil des Rückgangs der Gewerkschaftsdichte erklären (Cohen, Haberfeld und Mundlak, 2007[38]; Ebbinghaus, Göbel und Koos, 2011[24]). Böckerman und Uusitalo (2006[39]) zeigen, dass die Erosion des Gent-Systems in Finnland durch die Entwicklung privater Versicherungsfonds den Dichterückgang dort erklärt – siehe auch Hégedahl und Kongshéj (2017[40]). Drittens und letztens hätten andere Arbeitsmarktinstitutionen die Gewerkschaften verdrängen können, indem sie den Arbeitnehmern Schutz gewährten und damit den Bedarf an Gewerkschaften verringerten. Gesetzliche Fortschritte in Fragen des Beschäftigungsschutzes, der Leistungsdauer oder der Indexierungsklauseln (Checchi und Lucifora, 2002[41]) sowie die Anwendung verbindlicher Verlängerungsbestimmungen und/oder das Vorhandensein eines Mindestlohns könnten die Forderung der Arbeitnehmer nach Gewerkschaftsschutz verringern (Flanagan, 2005[42]). Die Entwicklung alternativer Mittel zur Deckung der Stimme der Arbeitnehmer, wie etwa Initiativen zur Beteiligung von Arbeitnehmern, könnte auch einen Verdrängungseffekt erzeugen (Morisette, Schellenberg und Johnson, 2005[12]). Wie in der obigen Literaturübersicht erläutert, könnte der Rückgang der Gewerkschaftsdichte ein Kohorteneffekt sein, wenn Arbeitnehmer aus jüngeren Kohorten eine systematisch geringere Neigung zur Gewerkschaftsbildung haben als ihre älteren Altersgenossen.